Hühner, Hausmeister und ein Haufen Komfort

Wohnheim Am Areal „Grüne Höfe“ können Studenten bald ihr neues Domizil beziehen. Und das hat es in sich (von Andreas Brücken)

NeuUlm Sieben Hühner laufen gemütlich in einem etwa 20 Quadratmeter großen Käfig mit Rasen und beheiztem Stall herum und picken genüsslich Körner aus dem Futtertrog. Die idyllische Szene findet nicht auf einem ländlichen Anwesen statt, sondern auf dem Hof des neuen Studentenwohnheims in Neu-Ulm, dem „Campus Village“. Dieses steht an der Von-Hühnefeld-Straße am Areal „Grüne Höfe“, kann in den nächsten Wochen bezogen werden und entspricht so gar nicht dem Klischee eines Studentenwohnheims.

Denn die jungen Akademiker bekommen für rund 300 bis 600 Euro monatlich ein Rund-um-Paket. Marketingleiterin der Projektentwickler I-Live, Julia Pietsch, nennt das so:

„Urbanität gepaart mit Naturverbundenheit, Begegnungszonen und zugleich ausreichend Privatsphäre, günstige Mieten inklusive digitalem Zusatzservice sind auf die Bedürfnisse junger Menschen zugeschnitten.“

Gemeint sind damit die Annehmlichkeiten, die von den Bewohnern per Smartphone abgerufen werden können: „Wenn mal der Wasserhahn tropft, kann der Hausmeister ganz einfach über die interne I-Live-App verständigt werden.“ Doch nicht nur für Reparaturarbeiten können die Bewohner das Programm nutzen. „Eine Übersicht über alle Hausbewohner ermöglicht nach dem Einzug einen unkomplizierten Kontakt mit der neuen Nachbarschaft“, erklärt Pietsch. Treffpunkt für die Bewohner ist nicht etwa ein schnöder Gemeinschaftsaal, der die besten Jahre bereits erlebt hat, sondern ein Lounge-Bereich mit Flachbildfernseher, großer Küche und Kicker. Und das war’s noch nicht mit den Annehmlichkeiten: Denn im sechsten Stockwerk können die Bewohner den Blick über die Dächer von Neu-Ulm bis hin zum Ulmer Münster schweifen lassen. Und wer bei so viel Aussicht vergessen hat, seine Flaschen mitzunehmen: Der Hausmeister räumt am nächsten Tag sogar auf. Der koordiniert auch die Termine für die Wäschereinigung oder bestellt den Zimmerreinigungsdienst.

Und weil das Ganze recht wenig mit abgelebten Studentenbuden zu tun hat, benutzt Pietsch den Begriff auch nicht. Lieber spricht sie von „Mikroapartments“. Die vier Wohnblöcke wurden nicht nach verdienten Forschern oder Erfindern, sondern nach Großstädten benannt: Berlin, Rio de Janeiro oder Sydney. Die insgesamt sachlich möblierten 292 Einheiten, mit einer Größe von 21 bis 42 Quadratmetern werden ab Anfang April bezogen. Etwa 60 Prozent der Apartments seien bereits vermietet, sagt Pietsch. Das Angebot richtet sich nicht nur an Studenten, sondern auch an   Personen, die in der beruflichen Aus- oder Weiterbildung sind. Sechs Monate ist die Mindestlaufzeit eines Mietvertrages. Finanziert wurde das Bauprojekt durch private Anleger, die in die  Wohneinheiten zwischen 100 000 und 165 000 Euro investierten.

~ erschienen am 28.03.2017 in der Neu-Ulmer Zeitung sowie in der Augsburger Allgemeinen Zeitung ~

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